KÖRPERVERLETZUNG / SEXUAL-DELIKTE

häusliche Gewalt

Wer in der Corona-Krise gegenüber Angehörigen Aggressionen freilässt oder gar sexuell übergreift, kann sich strafbar machen.

Die von der Regierung zur Eindämmung der Pandemie verhängten Kontakt-Einschränkungen und Ausgangs-Beschränkungen stellen bis dahin ungeahnte Eingriffe in die Freiheits- und Grundrechte der Bürger unserer Bundesrepublik dar. War man es bis dahin gewohnt, im Rahmen der Gesetze tun und lassen zu können, was man möchte, bekam man nun auferlegt, dass man nur zu bestimmten, elementaren Zwecken seine vier Wände verlassen darf. Der Kontakt zu Verwandten außerhalb der unmittelbaren Familie sowie zu Freunden und Bekannten wurde verboten und unter Strafe gestellt. Der Gang zu Schulen und der Besuch von Kindergärten wurde ebenfalls unterbunden. 

Auch wenn es insofern zwischenzeitlich zunehmend wieder zu Lockerungen der Einschränkungen gekommen ist, musste jeder eindrucksvoll miterleben, welche Spannungen entstehen, wenn man umfassenden Verboten unterstellt wird. Gerade das nicht selten beengte Zusammenleben von Familien führte in Kombination mit Arbeitsausfall und finanziellen Einbußen zu erheblichen Spannungen. Schon früh äußerten offizielle Stellen daher ihre Befürchtungen, dass häusliche Gewalt während der Corona-Krise wohl zunehmen werde. 

Natürlich ist jegliche Gewalt inner-, wie auch außerhalb der Familie verboten. Erst recht muss die sexuelle Integrität eines Menschen Grenzen für jeden anderen setzen. Wenn jemand sich aber an diese Regeln nicht hält, ist das "Hand-ausrutschen-lassen" als vorsätzliche Körperverletzung gemäß § 223 StGB und jegliche sexuelle Handlung nach den §§ 174 ff. StGB (z.B. sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) strafbar.

Dem Täter drohen dann empfindliche Strafen. Ihm ist zu empfehlen, sich kurzfristig an einen fachkundigen anwaltlichen Verteidiger zu wenden, um ein faires Verfahren zu erhalten, das zu einer angemessenen Sanktion führt, und das die zur Tat beitragenden Umstände berücksichtigt, auch wenn diese sie allenfalls erklären, nicht aber rechtfertigen können. 

Das Opfer hingegen leidet regelmäßig nicht nur an den körperlichen Folgen derartiger Beziehungstaten, sondern zudem an den damit einhergehenden psychischen Qualen und der Angst vor Wiederholungen. Sie oder er hat ein großes Bedürfnis nach kompetenter juristischer Unterstützung in der akuten Situation einerseits, aber auch in der Nachbetreuung und bei der Geltendmachung zivilrechtlicher Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche andererseits. Letztere muss nicht zwingend in einem gesonderten Zivilprozess verfolgt werden, denn es gibt häufig die Möglichkeit, sich dem Strafverfahren gegen den Angeklagten als Nebenkläger anzuschließen und die Ansprüche dann in einem sogenannten Adhäsionsverfahren geltend zu machen. Dadurch kann oftmals die psychische Belastung minimiert und eine kurzfristige Entschädigung erzielt werden. 

Wir kennen die Interessen beider Seiten und setzen uns bestmöglich für Sie ein. Klar ist dabei, dass wir natürlich nicht in einem Fall den Täter und das Opfer gleichzeitig bei uns betreuen können und wollen.

 

§ 223 StGB (Körperverletzung)
 
  • drohende Strafe: i.d.R. Freiheitsstrafe bis 5 Jahre / Geldstrafe
     

  • Versuch ist strafbar
     

  • Vorsatz ist strafbar

§§ 174 ff. StGB
(Sexual-Delikte)
  • drohende Strafe:   
    Freiheitsstrafe bis 10 Jahre / Geldstrafe
     

  • Versuch ist strafbar
     

  • Vorsatz ist strafbar

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